Themenreihen Focus on:
Mit Focus on: setzen wir uns in Themenreihen künstlerisch mit globalen Entwicklungen und gesellschaftlichen Spannungsfeldern auseinander. Die gezeigten Koproduktionen und Gastspiele befassen sich an der Schnittstelle von Theater, Performance und Medienkunst mit unserer komplexen Gegenwart - lokal wie global.
Tipping Points – Kipp-Punkte | März bis November 2026
TIPPING POINTS
Wir stehen inmitten großer Kipp-Punkte unserer Zeit - vom Klima über KI bis zur Weltordnung - und brauchen daher dringend künstlerische Perspektiven, die neue, erhellende Blicke auf die Gegenwart eröffnen. TIPPING POINTS versammelt vielfältige künstlerische Arbeiten, in denen persönliche Schicksale, ästhetische Grenzerfahrungen und historische Umbrüche aufeinandertreffen.
Eröffnung am 14. März
Hoffnungswerkstatt 1
Diskussion
Mit Anastasiia Kosodii, Prof. Martin Wengeler und Dr. Nina Leonhard. Moderation: André Erlen
Wie können wir heute Krieg und Verteidigung künstlerisch verhandeln – in einer Welt, in der alte Allianzen zerfallen, faschistische Ideen sich neu formieren und militärische Gewalt wieder zum globalen Ordnungsprinzip wird? Welche Formen des Erzählens über Krieg können Hoffnung auf Frieden stiften, ohne die grausame Realität des Krieges auszublenden?
14. März
RETINA MANEUVER
Performance
Von Ping-Hsiang Wang
Retina Maneuver erzählt die Geschichte eines jungen taiwanesischen Militärreservisten – geprägt von der realen Kriegsbedrohung durch China, einer queeren Liebesgeschichte und der obsessiven Suche nach einem verlorenen Tag. Live auf der Bühne errichtet Wang ein digitales Monument fragiler Erinnerungen, die jederzeit verschwinden könnten, durch Kräfte jenseits seiner Kontrolle.
14., 15. März
HEDERA – Die Vergessenen sprechen lassen
Performance
Von Sepidar Theater
Hedera begibt sich auf die Spuren eines Widerstands, der unter Trümmern verborgen liegt – ungehört, unsichtbar und doch präsent. Ausgehend von der Frauen-Leben-Freiheit-Bewegung richtet das Sepidar Theater seinen Blick auf globale feministische und antikoloniale Kämpfe im Schatten von Krieg, Genozid und Unterdrückung. Ein verkörpertes Archiv, das Verluste und Hoffnungen an die Oberfläche trägt.
26., 27., 28. März
LE MONDE NOUS REGARDE
Tanz-Performance
Von Willie Stark
“Le monde nous regarde (Die Welt schaut auf uns)” ist eine physische Auseinandersetzung mit dem Konzept des Widerstands gegen Auslöschung, Unterdrückung und Kontrolle. Durch Tanz und Klang zeigt das Stück Momente, in denen Ausdauer zu Stärke wird und Stagnation in Bewegung umschlägt. Practice unfolding: Eine Vorschau auf die Aufführung
15. / 16. Mai
something shared
Tanz-Performance
Von Anna Lublina
Rhythmus migriert, passt sich an, widersetzt sich: Er bringt den eigenen Herzschlag mit dem eines anderen in Einklang. In something shared arbeiten Künstler:innen mit verschiedenen diasporischen Identitäten, u.a. jüdischen und palästinensischen, zusammen. Rhythmus wird hier zum Ausdruck jüdischer Diaspora und reicht zurück in eine Zeit vor dem Kolonialismus, als jüdisch-muslimische Welten miteinander verflochten waren.
23. / 24. Mai
LITTLE THINGS

Performance/Objekttheater
Von Kirsten Möller & Bunny Vellocet
Kein Mensch auf der Bühne, nur alte Küchengeräte im Rausch: Sie summen, knacken, vernetzen sich. Toaster, Mixer und Kühlschrank proben den Cyber-Aufstand und infizieren den Theaterraum. Zusammen entwickeln sie, was sie unter einer Sprache der Zukunft verstehen und laden ein zum Konzert der Dinge.
11. / 12. Juni
Hoffnungswerkstatt 2
Diskussion
Mit Luisa Bäde, Georg Diez und Ming Poon
Georg Diez diagnostiziert den Rechtsruck in Ostdeutschland als Folge von Wendeversäumnissen und generationsübergreifenden Kränkungserfahrungen. Doch politische Kipp-Punkte sind nicht endgültig: Kann die Ost-West-Beziehung heute durch künstlerische Zusammenarbeit – zwischen West und Ost, zwischen Großstadt und Land – neu zueinanderfinden und wachsen?
19. Juni
MADE IN CHINA 2.0
Performance
Von Wang Chong
Der chinesische Regisseur zeigt in seiner Soloperformance über Scheitern, Abschiednehmen und Generationskonflikte, wie die mühsam austarierte Existenz eines Individuums durch unerwartete Faktoren aus dem Gleichgewicht gerät – und endgültig kippen kann. Eine mitreißende Momentaufnahme eines Künstlerlebens in unsicheren Zeiten. Seit der Premiere tourte das Stück durch 12 Länder und sechs Kontinente und war 2025 beim internationalen Forum des Berliner Theatertreffens zu sehen.
4. , 5. Juli
DIE RHEINTÖCHTER

Musiktheater
Vom NeoMusical Kollektiv
Die Rheintöchter ist ein queerfeministisches Musical über Resilienz, Schutzräume und das Verweilen in Zeiten gesellschaftlicher Kipppunkte. Das NeoMusical Kollektiv holt die Randfiguren aus Richard Wagners Opernzyklus Der Ring des Nibelungen ins Zentrum, um sie neu zu imaginieren und ihr utopisches Potenzial zu erforschen. CLAIM THE RHEIN! – Der Rhein steht für die Community, das Gold sind wir!
10., 11., 23., 24. Oktober
EIN BISHER UNBENANNTER TAG IM JAHRE 1987

Theater
Vom Institut für Freizeitforschung
Das „Institut für Freizeitforschung“ erzählt in einem magischen Mockumentary-Theaterabend von einer alternativen Geschichtsschreibung, in der ein behaarter Riese eigenhändig Kapitalismus und Klimawandel in die Knie zwingt.
16., 17. Oktober tbc.
VESSELS: Three Variations on Liminality (AT)
Multimedia Installation
Von Yve Oh
Am 23. März 2021 lief das Containerschiff „Ever Given“ in einem Sandsturm im Suezkanal auf Grund. „Vessels“ ist eine performative Installation, die Exilerinnerungen von den Seegrenzen sammelt und die Mythologien des ewigen Lebens untersucht.
30. , 31. Oktober
Hoffnungswerkstatt 3
Klimaleugnung als Symptom – Kollektive Verdrängung aufbrechen
Diskussion
Mit Leon Gabriel, Gregory Heuser und N.N.
31. Oktober
EXISTEN MUCHAS FORMAS DE LLEGAR A LA COSTA

Performance
Von Aristeo Mora
Eine Doku-Fiktion, die die Auswirkungen des Massentourismus auf lokale Ökosysteme und Communities untersucht – ausgehend von der Küstenregion Nayarit an der mexikanischen Pazifikküste. Im Zentrum steht die Geschichte eines vergangenen Tourismusprojekts, das von Bewohner:innen der Region gemeinsam mit der Architektin Isabel González, der Mutter des Regisseurs, entwickelt wurde. Erinnerungen, dokumentarisches Material und fiktionale Erzählungen verweben sich hier zu einer Kartografie eines umkämpften Territoriums.
6., 7. November
TELLER IM TOPF

Performance
Von Marlin de Haan
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 12 bis 14 Millionen Deutsche aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa vertrieben. Wie haben diese Fluchterfahrungen – das Erzählen darüber ebenso wie das Schweigen – die heutige Gesellschaft geprägt? Wie viel Loslassen braucht das Ankommen? Was macht eine multiperspektivisches Erinnen einer diversem Gesellschaft aus? Mit diesen Fragen begibt sich Marlin de Haan und ihr Team auf eine intensive Recherche im Archiv des „Hauses des Deutschen Ostens“ in Düsseldorf, einer Begegnungsstätte für ostpreußische Geflüchtete.
13., 14., 15. November
Zeitgenossenschaft – Common Struggles | Mai & Juni 2025
SHARDS OF NORMALITY
Performative Installation
International Laboratory Ensemble
Wie fühlt es sich an, wenn Krieg normal wird? Eine performative Installation – aufbauend auf einer Recherche unter ukrainischen und westeuropäischen Kulturschaffenden, die Elemente der Installation (Audio und Film) mit Live-Performance verbindet.




































