Performance | Von Marlin de Haan
Themenreihe FOCUS ON: TIPPING POINTS
Am Anfang stand die Lücke. Eher zufällig stieß Marlin de Haan in Düsseldorf auf die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus und damit auf die Schicksale von Millionen Menschen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa in die verbliebenen deutschen Gebiete flohen oder vertrieben wurden. Gemeinsam mit ihrem Team recherchierte die darstellende und bildende Künstlerin zu zurückgelassenen Lebensmittelpunkten, neuen und alten Heimaten, Ritualen und Relikten, Erinnerungen und Leerstellen. Wie viel Loslassen braucht das Ankommen?
Teller im Topf wurde bereits in zwei verschiedenen Versionen vor Ort in der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus gezeigt. Das dabei entstandene Archiv aus Text, Medienkunst und persönlichen Geschichten wird nun in einer dritten Version in Zusammenarbeit mit der Performerin Faezeh Mojahedtalab auf der Bühne des FWT aufgefächert, sortiert und bearbeitet.
Mit der Erlebnisgeneration von Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges verschwindet auch die direkte Erinnerung. Wieviel wissen wir voneinander? Und wie kann ein multiperspektivisches Erinnern einer Gesellschaft aussehen?
Dauer: ca. 60 Minuten
Sprachen: Deutsch, Englisch und Persisch
Übertitel: in allen drei Sprachen
DGS am 13. November: Die deutsch- und englischsprachigen Teile werden in Deutsche Gebärdensprache (DGS) gedolmetscht.
Marlin de Haan arbeitet an der Schnittstelle der bildenden und der darstellenden Kunst. Sie beschäftigt sich mit den Spannungsverhältnissen von Körpern und Objekten im Raum und interessiert sich für die Möglichkeiten und Grenzen von Aktionsbereichen, Darstellungs- und Erzählformaten. De Haan inszeniert Theaterstücke, Performances und Filme, entwirft Skulpturen, Installationen, Räume, realisiert Ausstellungen und Interaktionen im öffentlichen, privaten und Kunstraum (u.a. FFT Düsseldorf, Ringlokschuppen Ruhr, Urbane Künste Ruhr, Museum Kurhaus Kleve, Kunsthalle Düsseldorf, Kunstmuseum Bochum). Ihre Arbeiten werden mehrjährig durch die Spitzenförderung des Landes NRW und die Konzeptförderung des Kulturamt Düsseldorf gefördert sowie in unterschiedlichen Arbeitskonstellationen realisiert.
EN
It all began with a gap. Almost by chance, Marlin de Haan came across the Gerhart-Hauptmann-Haus Foundation in Düsseldorf. There, she encountered the stories of millions of people who, at the end of the Second World War, fled or were expelled from Central, Eastern and Southeastern Europe to the remaining German territories. Together with her team, the performing and visual artist researched the homes and lives left behind, old and new homelands, rituals and relics, memories and gaps. How much letting go does it take to arrive?
Teller im Topf has already been presented in two different versions at the Gerhart-Hauptmann-Haus Foundation. The resulting archive of texts, media art and personal stories is now being unfolded, sorted and reworked in a third version on the FWT stage, in collaboration with performer Faezeh Mojahedtalab.
As the generation who directly experienced flight and expulsion at the end of the Second World War passes away, so too does the living memory of these events. How much do we know about one another? And what might a society’s culture of remembrance look like when shaped by multiple perspectives?
Duration: 60 Minutes
Languages: German, English and Persian
Surtitles: in all three languages
DGS on November 13th: The German- and English-language parts will be interpreted into German Sign Language (DGS).
Eine Produktion von Marlin de Haan in Koproduktion mit dem FWT: Köln
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf


