Installative Performance | Von Yve Oh
Was würdest du tun, wenn ein magisches Schiff, das verspricht, jeden Wunsch zu erfüllen, durch den Nachthimmel segelte und vor deinem Fenster landete? Was, wenn sich dieser erfüllte Wunsch als Fluch entpuppte?
2021 lief das Containerschiff „Ever Given“ im Suezkanal in Ägypten auf Grund und verursachte sechs Tage lang Unterbrechungen der globalen Lieferketten. Die heimsuchenden Erinnerungen entlang dieser Wasserstraße – die sich durch Asien, Afrika und Europa schlängelt – wurden durch den Vorfall wieder wachgerufen und flüsterten uns mehr als ein halbes Jahrhundert zurück.
Das außergewöhnliche Format dieser Arbeit verbindet Sound-Performance und Storytelling miteinander: Klang und Objekte werden dabei zu Medien von Erinnerungen, Mythen und Volkssagen zu Gefäßen unserer gemeinsamen Sehnsüchte. Sie versucht, den verschiedenen Befreiungsversprechen unserer Geschichte nachzuspüren und zu hinterfragen – jenen, die noch nicht eingelöst wurden, die sich verzögert haben und die längst gescheitert sind. Durch sensorische Erlebnisse lädt sie uns dazu ein, uns diese Infrastrukturen in einer anderen möglichen Welt vorzustellen.
Sprache: Englische, deutsche und mittelchinesische Lautsprache mit deutschen, englischen und chinesischen Übertiteln
Dauer: ca. 60 Minuten
Content Note:
UV-Licht: Im Verlauf der Performance kommt UV-Licht (Schwarzlicht) zum Einsatz.
Klang: Die raumklangliche Gestaltung umfasst sowohl sehr hohe als auch sehr tiefe Frequenzbereiche.
Yve Oh ist Künstlerin, Theatermacherin und Lehrerin, lebt und arbeitet zurzeit in Köln. Am Shanghai Conservatory und an der Kunsthochschule für Medien Köln hat sie studiert. In ihren Arbeiten öffnen sich intime Räume durch das polyphonische Verweben verschiedener Medien mit dem Fokus auf auditiven und taktilen Erfahrungen. Entlang der Bruchlinien offizieller Narrative sucht sie nach den individuellen Erzählungen, die darin eingefaltet sind. Ausstellungen/Aufführungen inkl. Berliner Festspiele, Art Cologne, photo+ Biennial (Düsseldorf), Temporary Gallery (Köln), Ars Electronica Festival (Linz).
EN
What would you do, if a magical ship promising to fulfill any wish sailed across the night sky and landed at your window? What if that granted wish turned out to be a curse? In 2021, a container ship named “Ever Given” ran aground in the Suez Canal in Egypt and led to a six-day disruption in global supply chains. Some seemingly unrelated, haunting memories along this waterway—which threads through Asia, Africa, and Europe—were reawakened by the incident, whispering us back more than half a century.
The unusual format of "for, ever" brings together sound performance and storytelling: Sound and objects serve as media for connecting memories, while myths and folktales become vessels for our collective desires. It seeks to trace and reflect upon the promised liberations in our histories—those yet to arrive, those that have been delayed, and those that have long since miscarried. Through sensory experience, it invites us to imagine these infrastructures in another possible world.
Eine Produktion von Yve Oh in Koproduktion mit dem FWT: Köln.
Gefördert durch den Musikfonds e.V. mit Projektmitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und die Proberaumförderung des Dachverbands Freie Darstellende Künste Hamburg e.V. (DfdK)
Basierend auf der Recherche von Yve Oh, gefördert vom Kreativfonds “Nachwuchs” 2024, Bauhaus Universität Weimar







