CAFÉ POPULAIRE

Fotos: Jan Niklas Berg

Digitales Programmheft


Schauspiel | Von Nora Abdel-Maksoud

In „Café Populaire“ erweckt Nora Abdel-Maksoud den totgesagten Klassenbegriff wieder zum Leben und entlarvt mit beißendem Witz kulturbürgerliche Verblendungen und Selbsttäuschungen. Die Autorin führt ihr Publikum in eine Kleinstadt, dort treten auf: die Hospiz-Clownin Svenja, die linke Veteranin Püppi und Aram, ein Vertreter des „Dienstleistungsproletariats“, der bei Svenja putzt und mit ihr um die Übernahme des Gasthauses „Zur Goldenen Möwe“, einstmals Arbeiterkneipe und Kulturzentrum, konkurriert. In der hyperwoken Svenja haust „der Don“, ihr hässliches Alter Ego, das Unterschichtler, Wurstesser und Reality-TV-Gucker verachtet und sich immer hemmungs- und schamloser in die Handlung einmischt.

Nora Abdel-Maksoud macht aus ihrer Empörung über gesellschaftliche Verhältnisse böse Komödien. Als eine neue Form des Volkstheaters werden diese mitunter bezeichnet, und damit ist sie sehr einverstanden. „Ich mag das Wort Volkstheater unglaublich gern,“ sagt sie. Entstaubt bedeute es nämlich ein Theater, „das Geschichten erzählen will, das nahbar und inklusiv ist.“

Infos zur Barrierefreiheit
Beim Zugang zur Erdgeschoss-Bühne, auf der diese Vorstellung stattfindet, sind einige Stufen zu überwinden. Daher ist der Zugang für Rollstuhlfahrer:innen leider nicht barrierefrei.
Die Inszenierung ist für die Hörunterstützung mit dem Sennheiser MobileConnect-System eingerichtet.
Sie haben Fragen zu Ihrem Theaterbesuch? Sprechen Sie uns gerne an.

MIT Renate Fuhrmann, Lisa Sophie Kusz, Mirka Ritter, Felix Bold
REGIE Guido Rademachers
AUSSTATTUNG Katrin Lehmacher
REGIEASSISTENZ Barbara Büchmann

Die besten Komödien basieren auf ernsten Themen. 'Café Populaire' von der jungen Erfolgsautorin Nora Abdel-Maksoud gehört in diese Kategorie der humoristischen Kleinode, die mit beißendem Witz das Publikum bestens unterhalten und gleichzeitig aus der Wohlfühlzone locken. Nach 'The Making Of' von Nora Abdel-Maksoud hat das FWT auch für 'Café Populaire' den Zuschlag erhalten und Regiesseur Guido Rademachers bedankt sich mit einer blitzsauberen Inszenierung. (...) Mit subversivem Spaß an heiklen Tabuthemen zwischen Political Correctness und Wutbürger-Populismus wird hier alles nach außen gekehrt, was sonst gerne unter dem Teppich bleibt. Das wunderbar auf einander abgestimmte Schauspieler-Quartett lotet mit perfektem Timing, stimmiger Gestik und brillanten Dialogen eine Fülle an bürgerlicher Bigotterie aus. (...) 'Café Populaire' fühlt den Puls der Zeit und was da gemessen wird, zeugt von einer Gesellschaft auf der Intensivstation. Das ist wunderbar unterhaltsam und gnadenlos gut getroffen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Das Ensemble präsentiert sich als gut funktionierende Einheit und findet sichtliches Vergnügen am verbalen Schlagabtausch. Die spitzzüngig-entlarvenden Kommentare sind es auch, von denen das Stück lebt.

Kölnische Rundschau

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