BÜHNENBESCHIMPFUNG

Fotos: Jan Niklas Berg

Fotos: Jan Niklas Berg

Schauspiel von Sivan Ben Yishai. Inszenierung: CUMA Kollektiv
Im Rahmen der Produktions-Reihe EIN STÜCK WEITER

„Moment mal - Was passiert da eigentlich?“ Das diskussionsfreudige Kollektiv CUMA - brasilianisch für "Wie bitte?" - packt aus: erstmal die Instrumente. Und knöpft sich dann auf szenisch-musikalische Weise die Institution Theater vor. Es geht um das Selbstverständnis und die Abhängigkeiten als Künstler:in in der freien Szene, um das Vertrauen in den Kultursektor überhaupt. Mal staunend, mal provokativ wird hier nach Machtstrukturen und Produktionsbedingungen gefragt. Eine humorvolle, aber ehrliche Analyse der Institution Theater zwischen Kritik und Selbstkritik. Dabei wird nicht nur geschimpft, sondern sich auch solidarisiert. CUMA ergänzt die Perspektiven der "Bühnenbeschimpfung" von Sivan Ben Yishai mit den eigenen Erfahrungen als Kulturschaffende und konfrontiert dabei das Publikum mit der spannenden Frage, warum Menschen überhaupt (noch oder wieder?) im Theater sitzen.

Text: Sivan Ben Yishai (Dramatikerin des Jahres 2023 in der Kritiker:innen-Umfrage von Theater heute für "Bühnenbeschimpfung")
Inszenierung: CUMA Kollektiv (Bruna Cabral, Jakob Jentgens, Elina Brams Ritzau)
Zum Einsatz kommen: (Akustische) Gitarre, (E-)Bass, Saxofon, Synthesizer, elektronische Beats und eine Menge Geräusche.
Spieldauer: 70 Minuten

www.cuma-kollektiv.com

CUMA ist ein brasilianischer Ausdruck, der von der Frage „Wie bitte?“ abgeleitet ist. CUMA, das ist eine kurze Unterbrechung, in der Unerwartetes entstehen kann. In diese Irritation begibt sich das Kollektiv hinein. 
In seinen Arbeiten legt das Kollektiv einen Fokus auf das performative Potenzial der Musik und dessen Ausdrucksmöglichkeiten. Im Format des Physical-Theatre-Konzerts verbindet es auf spielerische und unterhaltsame Weise Musik, Tanz und Schauspiel zu einem lustvollen Spektakel, das viel Raum für die Interpretation des Publikums lässt und zum Reflektieren anregt. Gesellschaftliche Normen und Stereotype werden hinterfragt, ohne dass einfache Lösungen angeboten werden.

Das CUMA Kollektiv besteht aus der Perkussionistin und Schlagzeugerin Bruna Cabral, dem Saxophonisten Jakob Jentgens und der:dem Physical-Theatre-Macher:in Elina Brams Ritzau. Die drei Performer:innen lernten sich bei ihrem Studium an der Folkwang Universität der Künste kennen. 2020 waren sie am performativen Bandprojekt The Peculiars beim Festival Physical Fetz beteiligt. Als Diplomarbeit im Rahmen von Elinas Physical-Theatre-Studium entwickelten sie im Frühjahr 2021 das abendfüllende Physical-Theatre-Konzert Vacation from Love, für das sie mit dem Folkwang Preis 2021 in der Sparte darstellende Künste ausgezeichnet wurden.

EIN STÜCK WEITER
Wie blicken junge Autor:innen und Theaterschaffende auf die Umbrüche unserer Zeit? Was ist ihnen wichtig? Das FWT: präsentiert in der neuen Reihe EIN STÜCK WEITER aktuelle dramatische Positionen, die in konzentrierten und schnellen Umsetzungen auf die Bühne kommen. Die Reihe ist darauf angelegt, kreative Energien zu bündeln sowie starke, eigenwillige und auch ungeschützte Impulse zu dem zu geben, was uns gesellschaftlich auf die Nerven und an die Nieren geht.

Infos zu Barrieren
Beim Zugang zur Erdgeschoss-Bühne, auf der diese Vorstellung stattfindet, sind einige Stufen zu überwinden. Daher ist der Zugang für Rollstuhlfahrer:innen leider nicht barrierefrei. Sie haben Fragen zu Ihrem Theaterbesuch? Sprechen Sie uns gerne an.

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Eine Inszenierung von und mit dem CUMA Kollektiv
Stücktext: Sivan Ben Yishai
Künstlerische Leitung: Elina Brams Ritzau
Performance, Musik und Text: CUMA Kollektiv, Bruna Cabral, Jakob Jentgens, Elina Brams Ritzau
Original Score “I’ll Be Your Woman” (Im Stück “I’ll Be Your Lover): Michelle Gurevich
Licht: Julian Hawig
Ton: Ingo Esselen

Das Trio entfaltet seine Beschimpfung dabei über weite Strecken überraschend zärtlich in leisen, behutsamen Tönen. Im Zuge einer lediglich zweiwöchigen Probenphase sendet die Gruppe universale Botschaften über die Kunst der Ungewissheit Richtung Publikumsränge. (…) Das Cuma Kollektiv wagt ein bemerkenswertes Experiment, dessen weiße Fäden die schwarzen Löcher einer Dystopie zu stopfen versucht.

StadtRevue

Sivan Ben Yishais Schauspiel richtet den Blick scharf auf das Kultursystem und hinterfragt etablierte Theaterformen mit eindringlicher Kritik. Das CUMA Kollektiv inszeniert die Arbeit als Teil einer neuen Reihe, die außergewöhnliche Stimmen und gesellschaftliche Umbrüche fokussiert. Hier findest du Theater, das herausfordert und zum Nachdenken anregt.

rausgegangen.de

Eine selbstkritische Nabelschau, die das Theater aus der Komfortzone ziehen will und seine Stellung in der Gesellschaft hinterfragt. (…) Am Anfang steht der Verweis auf den japanischen Shinto-Schrein Ise-Jingu, der seit 690 alle 20 Jahre abgerissen und wieder aufgebaut wird. Hier steht er als Symbol für die Ewigkeit, für die Stärke des Theaters, sich aus seiner Tradition heraus immer wieder neu erfunden zu haben. Es folgt ein Rundumschlag gegen den Theaterbetrieb. Wie demokratisch ist er? Was macht er mit der Gesundheit? Wie politisch kann, darf ein Stück sein? Soll ein Schauspieler eine Rolle auch gegen seine Überzeugung übernehmen? Wie erreicht man staatliche Zuschüsse?

luurensrhein.de

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