ZIMMER NUMMER SECHS

Nach der Novelle von Anton Tschechow

Bühnenfassung von Gerhard Seidel

Premiere am 20. März 2013

Zimmer Nummer 6

Fotos ©MEYER ORIGINALS

Eine schäbige Baracke am Rande eines Krankenhauses, irgendwo in der Provinz. Hier werden diejenigen verwahrt, deren Leben herausgefallen ist aus dem gleichförmigen Takt der Normalität. Um Heilung aber geht es nicht in der Baracke. Ihr Leiter, der Arzt Ragin, einst Idealist, hat längst resigniert: Er sehnt sich nur noch nach Ruhe und pflegt die Überzeugung, dass alle Sorge um den Menschen angesichts seiner Endlichkeit vergeblich sei. Eines Tages verstrickt ihn Gromow, einer der Insassen, in ein Gespräch. Der Arzt lässt sich entzünden von dem unbändigen Lebenswillen seines Patienten, und beginnt, ihn täglich zu besuchen.

Die Novelle „Krankenzimmer Nr. 6“, die 1892 erschien, gehört zu den Höhepunkten von Tschechows Prosawerk. Der Arzt Tschchow ließ hier seine Erfahrungen mit psychisch Kranken in geschlossenen Anstalten einfließen. Die Bühnenbearbeitung verknüpft die Handlung mit einem Motiv der Tschechow-Erzählung "Die Dame mit dem Hündchen" (1899). Schonungslos seziert Tschechow den Umgang einer Gesellschaft mit Außenseitern, mit den „abnormal“ Leidenden und Unangepassten, die nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Wie unter einem Brennglas geraten die großen, unerledigten Fragen in den Blick: nach Krankheit und Normalität, nach Ausgrenzung und Stigmatisierung, nach Verantwortung und Schuld. Tragik und Komik wohnen dabei, wie stets bei Tschechow, dicht nebeneinander.

Mit Doris Plenert, Franziska Schmitz, Till Brinkmann, Kai Hufnagel, Lucas Sánchez | Inszenierung Ulrich Meyer-Horsch | Ausstattung Erik Salvesen

Presse

„Regisseur Ulrich Meyer-Horsch und sein ausgezeichnetes fünfköpfiges Ensemble arbeiten (…) neben den schwermütigen Anklängen des Stoffes vor allem auch dessen Absurditäten heraus. Die aufwendige, teils naturalistisch, teils surreal anmutende Ausstattung (…) ist das gelungene visuelle Äquivalent zu den Ideen des literarisch-philosophischen Theaterabends.“ Kölner Stadt-Anzeiger

"Intensives Kammerspiel. Den Leidensweg des Arztes Ragin zum Patienten zeichnet Kai Hufnagel ausgesprochen beklemmend nach (…). Till Brinkmann ist als aufbegehrender Gromow ein ebenso vitaler Darsteller wie Hufnagel. Aber auch die Leistungen von Doris Plenert, Franziska Schmitz und Lucas Sánchez prägen die Aufführung nachdrücklich." theaterpur.net

„Gute Schauspieler, ein Bühnenbild mit historischer Atmosphäre und ein Text mit prägnanter Sprache sind die vielversprechenden Zutaten dieser Inszenierung. (…) Dieses 'Zimmer Nummer sechs' ist gut anzuschauen.“ Kölnische Rundschau

„Stimmige Regie, stimmiges Bühnenbild und ein hervorragendes Ensemble. Eine gelungene, zeitgemäße Tschechow-Umsetzung für die Bühne." köln.de