HASS

Ein Theaterprojekt mit Sinti und Roma | Nach dem Film von Mathieu Kassovitz | Uraufführung
Koproduktion Herrmann/Ladwig & FWT

Hass

Foto: © MEYER ORIGINALS

Im Film „Hass“ von Mathieu Kassovitz brennen die Pariser Vorstädte, die Welt der Ausgestoßenen und sozial Benachteiligten, und die Gewalt eskaliert. Eine Gruppe Jugendlicher erlebt, wie ein Freund von der Polizei ins Koma geprügelt wird. Einer von ihnen schwört Rache. Der Regisseur Stefan Herrmann verlegt die Geschichte in die Lebenswelt der Sinti und Roma in Deutschland, die – wie jüngste Studien belegen – von der Mehrheit hierzulande abgelehnt werden. Auf offener Bühne wird eine Antithese zur allgemeinen Ablehnung formuliert. Drei Roma und fünf Sinti aus Köln erzählen die Geschichte des Films und in szenischen Brüchen auch von ihren eigenen, persönlichen Erlebnissen, ihren Werten und ihren Zukunftsträumen.

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln, der Kulturstiftung Matrong sowie der Rheinenergie Stiftung

Mit Faton Mistele, Sedat Mistele, Senad Mistele, Sandra Reinhardt, Alana Polak, Mark Reinhardt, Josua Reinhardt, Tuncay Sebek und Xhedo Bajraj | Inszenierung Stefan Herrmann | Bühne/Kostüme Ensemble

Premiere 16. März 2016

Die nächsten Vorstellungstermine / Kartenbuchung

Presse

"Stefan Herrmann hat es geschafft, dass sich die Laiendarsteller auf der Bühne wohlfühlen und so eine gute Energie entsteht, die über den Abend trägt. Durch die Musikeinlagen und die Interviews entsteht ein ansprechender Rhythmus, der eine gelungene Mischung aus Aufklärung und Unterhaltung schafft." WDR 3 Mosaik

„Es ist kaum zu glauben, dass hier Laien-Darsteller auf der Bühne stehen. So realistisch und mit unglaublicher Leichtigkeit transportieren die jungen Männer und Frauen diese Perspektivlosigkeit, in der sie vermeintlich leben. (…) Die drei Roma und sechs Sinti schaffen es in ihren Videobotschaften und auch mit musikalischen Einlagen einen unheimlich authentischen Gegenpol zu den Vorurteilen zu setzen. Sie erzählen darin von ihren Ängsten, ihren Werten, ihrem Familienleben und ihrem Dilemma, die eigene Kultur und Herkunft zu lieben, gleichzeitig aber genau dafür angefeindet zu werden. Das ist eine Idee, die dramaturgisch voll aufgeht; die das Publikum mitnimmt, es unterhält und am Ende vielleicht sogar vom ein oder anderen Vorurteil befreit.“ Domradio

"Die drei jungen Männer, die der Minderheit der Roma angehören, sind – man mag es kaum glauben – Laiendarsteller. Und mit dem simplen, aber wirkungsvollen dramaturgischen Kniff der Video-O-Töne holt Regisseur Stefan Herrmann die Szenen der Filmadaption immer wieder gekonnt ins Hier und Jetzt, in die Lebensrealität junger Roma. Bei ihrer weiteren Odyssee durch Paris treffen die drei auf Fernsehteams, besuchen eine Vernissage und begegnen einem von Xhedo Bajraj genial gespielten Kokser, mit dem sich Faton einen Schaukampf liefert. Die Choreografie des Kampfes im Stile eines Videospiels ist schlicht und ergreifend großartig. Brüllend komisch wird es, als die Jungs ein Auto aufbrechen, um dann festzustellen, dass niemand von ihnen fahren kann. Herrmann gelingt mit 'Hass' ein echtes Kunststück. Sein solide und vorgangsreich gebauter Abend gibt den Spielern ein Maximum an Sicherheit und Freiheit, dass die in manchen Szenen zu fliegen scheinen." choices