DIE ERMITTLUNG

Von Peter Weiss
Mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung Matrong
Nominiert für den Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater 2015

Die Ermiitlung

Fotos: © MEYER ORIGINALS

Zwischen 1963 und 1965 standen in Frankfurt erstmals SS-Bewacher des Konzentrationslagers Auschwitz vor Gericht. Der Autor Peter Weiss nahm als Zuschauer an den Verhandlungen teil. Auf der Basis von Prozessprotokollen entwickelte Weiss ein Theaterstück, in dem er Richter, Zeugen und Angeklagte auftreten lässt. Seine szenische, Montage konzentriert sich auf die peinlich genaue Rekonstruktion der Massentötung von Menschen, es verfolgt den Weg der Opfer von der Selektionsrampe in Auschwitz bis zur Gaskammer und zu den Verbrennungsöfen.

Die Bühnenbearbeitung des Freien Werkstatt Theaters reduziert die große Personnage des Weiss'schen Stücks, das mehr als zwanzig Rollen verzeichnet, auf vier Funktionsträger des SS-Lagerpersonals: den Adjutanten des Kommandanten, einen Arzt, einen Blockführer und einen Wachmann. Zeugen treten nicht auf, und kein Richter bringt die Anklage vor. Die Täter sind mit sich und ihrer Schuld allein.

Mit Marius Bechen, Eva Horstmann, Holger Stolz, Rike Will sowie Philomena Schatz | Inszenierung und Ausstattung Ulrich Hub

Vorstellungsdauer ca. 90 Minuten. Keine Pause
Premiere 10. September 2015

Die nächsten Vorstellungstermine / Kartenbuchung

Das NS-Dokumentationszentrum Köln zeigt im ElDeHaus vom 22. April bis zum 21. August 2016 die Sonderausstellung "Fritz Bauer. Der Staatsanwalt - NS-Verbrechen vor Gericht" über den Staatsanwalt Fritz Bauer, den Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses. Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt. Nähere Informationen zur Ausstellung hier

Presse

"Eine karge, hochkonzentrierte und eben dadurch äußerst wirkungsvolle Aufführung hat der Regisseur mit seinen vier Schauspielern geschaffen. (...) Es ist die Banalität des Bösen, die Grausen macht. Doch nach und nach drehen die Schauspieler an der Schraube des Ungeheuerlichen." theater:pur

"Zeigt man mit dem Finger auf die anderen, zeigen drei Finger auf einen selbst zurück. Es ist ein wohlbekanntes Bild, dass Ulrich Hub in seiner Inszenierung von Peter Weiss' 'Die Ermittlung' im Freien Werkstatt Theater durchdekliniert. (...) Er liefert die Figuren sich selbst und ihrem Wissen um die Wahrheit, das sie mit ihren Opfern teilen, aus. (...) Ein mutiger, ein gelungener Spielzeitauftakt, den das FWT nun auf die Bühne brachte." Kölnische Rundschau

"Die Bühne (...) lässt die Täter mit sich und ihrer Schuld allein. Die Akteure sind großartig darin, deren Selbstentlastungsversuche in larmoyanten Litaneien zu Gehör zu bringen. (...) Eine Dramaturgie der Verleugnung, an deren Ende die Widersprüche in den Aussagen der Täter aufgedeckt werden." Kölner Stadt-Anzeiger

"Das Freie Werkstatt Theater im Zugweg hat (...) eine Neubearbeitung von Weiss' Stück vorgenommen, das in seiner verdichteten Form vortrefflich gelungen ist. (...) 

Marius Bechen, Eva Horstmann, Holger Stolze und Rike Will verkörpern die vier überzeugend und intensiv. Der Übergang zwischen den verschiedenen Rollen, die jeder von ihnen übernimmt ist, fließend. (...) Im Schlussmonolog zeigt sich die erschütternde Aktualität der so sachlich aufgebauten 'Ermittlung', die in der konzentrierten Fassung des Freien Werkstatt Theaters und durch die großartige Leistung der vier Schauspieler nichts an Eindringlichkeit verliert." meinesuedstadt.de

"Eine fesselnde, eigenwillige Inszenierung. (...) Die vier Protagonisten spielen mit äußerster Intensität und Konzentration die wechselnden Gefühlslagen bis hin zu enthemmten Ausbrüchen. (...) 90 intensive Theaterminuten. Kräftiger Premierenbeifall." koeln-nachrichten.de