Fotos: © MEYER ORIGINALS
Von Gotthold Ephraim Lessing. FWT-Eigenproduktion
Mit Sandra Pohl/Eva Kristina Korte, Sina-Maria Gerhardt, Hagen Range, Steffen Casimir Roczek, Philip Schlomm, Tom Viehöfer
Inszenierung: Kay Link
Bühne und Kostüm: Peter Lehmann
In einem heruntergekommenen Gasthaus finden zwei Liebende einander wieder, die sich in den Wirren des Siebenjährigen Krieges aus den Augen verloren haben. Er, der abgedankte Offizier von Tellheim, ringt um seine Existenz. Sie, Minna von Barnhelm, Tellheims Verlobte aus dem Feindesland, hat sich aufgemacht, um den Geliebten zu suchen. Das Wiedersehen der Beiden verläuft aber keineswegs so, wie sie es sich erhofft hatten.
Fotos: © MEYER ORIGINALS
Mit funkelndem Wortwitz, geschliffenen Dialogen und rasanten, zuweilen boulevardesken Wendungen spielt Lessings „Minna von Barnhelm“ die Hindernisse aus, die sich die Liebenden selbst in den Weg legen. Namentlich der Ex-Offizier Tellheim tut sich dabei hervor; er hält unerbittlich und bis zur Selbstverleugnung an einem starren Ehrenkodex fest. Wie nebenbei entfaltet Lessing zugleich den Mikrokosmos einer zufällig zusammengewürfelten Wirtshausgesellschaft, die die Erlebnisse eines verheerenden Kriegs abzuschütteln sucht, um sich in einem zerbrechlichen Frieden einzurichten. Unversehens streift die Komödienhandlung dabei das Tragische, bevor sie einem überraschenden Ende zusteuert.
Presse
‚Minna‘ bereitet ein knapp zweistündiges, pausenloses Vergnügen. (...) Um die Ehre geht es da, um die Macht des Geldes gegenüber der Macht der Liebe, um die Verrohung durch den Krieg. Der Interpretationen gab und gibt es viele, doch für Regisseur Kay Link sind das eher Nebenkriegsschauplätze. Er macht daraus eine rasant inszenierte Liebesgeschichte - und die passt eben genau in unsere Zeit. Jürgen Schön, KÖLN-NACHRICHTEN
Aktualität […] wird hier nicht bloß durch Kleidung und schon gar nicht durch unbeholfene Dialogerneuerung oder Querverweise generiert. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie das Ensemble sprecherisch und mimisch [Lessings] Zeilen lebendig macht. Jessica Düster im KÖLNER STADT-ANZEIGER
Es macht Spaß, dem Treiben um männliche und weibliche Eitelkeiten im Wirtshaus zu folgen. [...] Es wird doch noch Ernst und mit dem Schlussbild so träumerisch und melancholisch, als hätte sich Lessings Minna in eine Kleistsche Heroine verwandelt. Die Inszenierung gewinnt hier an Tiefgang, indem sie den modernen Teil von Lessings Stück hebt. Deutlich wird die Psychologie zweier Menschen, die nicht von ihrer Egozentrik lassen mögen. [...] Klugheit, Witz und erstklassiges Handwerk: diese reife Inszenierung setzt Zeichen. Thomas Linden in der KÖLNISCHEN RUNDSCHAU
moderne, aber dennoch sehr werkgetreue Inszenierung. WDR Fernsehen
Regisseur Kay Link brachte am Freien Werkstatt Theater bereits „Die Erzählung der Magd Zerline“ und „Woyzeck³“ auf die Bühne. Beide Inszenierungen erhielten Nominierungen für den Kölner Theaterpreis.